Partnervermittlung Julie Chemnitz

Letztere Kategorie war es vor allem, die meinen Feldversuch zum Albtraum machte. So suchte Torsten, ein jähriger Modevermarkter, "eine Frau für das Parkett" und "nur das Beste für sich". Wenn nicht Liebe, dann darf es doch bitte wenigstens Respekt sein. Oder ist der Dating-Dschungel der Generation Youporn eine zivilisationsfreie Zone?

Er suchte "die gut situierte Dame, die Wert auf Klassik, Konzerte, stilvolles Ambiente, gute Gesellschaft legt". Nach einem Treffen, das zeigte, dass wir uns nichts zu sagen haben, schrieb er per SMS: Und "Max, 28, mitten im Leben stehend, 1,85 m", stellte sich bei unserem Date als Fahdi, 32, 1,75 m, mitten im Nachtleben stehend heraus. Ehrlicherweise hätte seine Anzeige lauten müssen: Fahdi erzählt Dir alles von seinem Penis. Und dann noch, dass er nur deshalb eine Anzeige geschaltet habe, um möglichst viele Frauen mit möglichst wenig Aufwand rumzukriegen.

Weil sie dachten, er suche tatsächlich nach der Richtigen, wenn er schon Geld in eine Anzeige investiere. Im Bett dominiere er sie dann gern, die meisten seien zu fast allem bereit, um ihn zu binden. Das Bestseller-Honorar hätte ich schon gerne. Womit wir bei der zweiten Kategorie wären, der Mogelpackung. Die Anzeige klang auch zu gut, um wahr zu sein: Ein begehrter junger Mann Die Anzeige versprach, falls ich eine stilvolle Lady sei, wäre ich meinem "Glück jetzt ganz, ganz nahe".

Nur einen Afternoon Tea im "Kempinski" am Ku'damm und Euro entfernt. Denn der "Traummann" hatte seine Anzeige über eine internationale Ehe- und Partnervermittlungsagentur schalten lassen. Über eine der bekanntesten in Deutschland. Die Chefin des Ladens lächelt den Lesern überregionaler Qualitätszeitungen unter der Rubrik "Kennenlernen" entgegen. Das kannte ich bislang zwar nur von der Wohnungssuche, aber gut. Plus Umsatzsteuer ,99 Euro, Gesamtbetrag ,00 Euro.

Das sei verschwindend wenig im Vergleich zu ihren VIP-Kunden, die bis zu In Gedanken freute ich mich über meine Eltern. Die wollten mich nie prostituieren. Weiter könne sie nicht runtergehen, sagte die Agenturchefin, irgendwie müsse sie sich ja finanzieren. Als ich zaghaft nach dem "jungen Mann, der Puccini und Verdi liebt" - dessentwegen ich mich gemeldet hatte - fragte, sagte sie: Aber, hm, ja, den habe ich gerade vermittelt, der ist raus.

Bei über zwei Dritteln meiner Anrufe auf Kontaktanzeigen in den Zeitungen landete ich bei "Agentur Karin", "singlecontact", "Herzblatt Berlin", "Julie GmbH" oder Partnervermittlungsagenturen wie "Akademiker-Kreis", "cpk-for-you" oder "Christa Appelt". In Deutschland leben dem Statistischen Bundesamt zufolge rund 16 Millionen Menschen allein. Mit vielen Menschen, die in die Kategorie der traurigen Gestalten fallen. Männer wie "Kevin, 28, sportlich, gepflegt, klug". Aber nur, weil er auf Bewährung ist.

Dieser Ratgeber soll Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Partnervermittlung, Singlebörsen und Kontaktagenturen geben. Zu unterscheiden sind hierbei zum einen die herkömmlichen Partnervermittlungsagenturen, die in der Regel über eine Anzeige in der Tageszeitung um Kunden werben und ein Vermittlungsbüro in der jeweiligen Stadt betreiben, und zum anderen die Online-Partnervermittlungen, die über ihre Homepages im Internet versuchen, kontaktwillige Singles zu vermitteln.

Beide Systeme sind in rechtlicher Hinsicht unterschiedlich zu behandeln. Ich habe mich aufgrund einer Anzeige in der Tageszeitung bei einem Singleclub gemeldet. Nun hat man mir einen Vermittlungsvertrag untergeschoben, obwohl ich das gar nicht wollte. Wie komme ich da wieder raus? Der Kanzlei Hollweck sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen die Partnervermittlungsagentur eine falsche Kontaktanzeige in einer Zeitung schaltet, um damit neue Kunden anzulocken.

Es stellt sich im Nachhinein heraus, dass dieser Vertrag viel Geld kostet, aber keinen Erfolg in Bezug auf die Partnersuche bringen kann. Verständlicherweise möchten die Kunden wieder aus diesem Vertrag heraus. Wie gehen die Partneragenturen dabei vor? Zunächst einmal erstellen diese eine Anzeige, in der ein seriöser Herr oder eine attraktive Dame angeblich auf der Suche nach einem neuen Partner ist.

Es handelt sich dabei um eine typische Anzeige, nach dem Muster "Charmanter Arzt, 50, vermögend, sucht eine liebe neue Partnerin Die Anzeige klingt gut und spricht viele Damen zwar an, nur, sie ist nicht echt. Sie ist frei erfunden, was allerdings auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Am Ende der Kontaktanzeige befindet sich eine Telefonnummer, die vorspiegelt, damit den Single-Arzt erreichen zu können.

Wird diese Nummer gewählt, so meldet sich jedoch kein attraktiver Mann, sonder ein Singleclub oder eine Partnervermittlung. Gerade in Berlin kommen diese Fälle sehr häufig vor, da hier mehrere unseriöse Singleclubs und Partnervermittlungen agieren. Nach der ersten telefonischen Kontaktaufnahme wird der oder die Anrufende dazu überredet, doch einmal im Büro des Singleclubs vorbeizuschauen, man könne den gewünschten Partner aus der Anzeige dann dort vermitteln.

Gesagt, getan, der interessierte Single kommt zum vereinbarten Termin in das Büro der Partnervermittlungsagentur. Dort erfährt er aber nicht etwa die Kontaktdaten des vermeintlichen Arztes, sondern er oder sie wird zur Unterzeichnung eines Vertrages überredet, welcher viel Geld kostet und wenig bringt. Teilweise werden hier Verträge angeboten, die keine direkte Singlevermittlung bieten, sondern die lediglich die Teilnahme an verschiedenen Freizeitveranstaltungen ermöglichen.

Also eher ein Freizeitclub als ein Singleclub. Da jene Freizeitaktivitäten für alle Altersschichten offen sind, ist diese Möglichkeit allerdings sehr gering.


Probleme mit Partnervermittlungen