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Er ist ein kleiner, zäher Typ. Ich würde gern nicht über Svens Penis nachdenken müssen. Aber wenn ich in den Kontakten auf M gehe, um Mutti anzurufen oder Marlen oder Musikschule oder Michaela, dann stolpere ich über Megasven. Es ist jedes Mal ein kleiner Schock. So, als wenn ich meinem Chef plötzlich ohne Hose begegnen würde. Nach jeder Party, wenn Annika um ihn herumgeschnurrt ist, fällt Sven mit dem Riesenpenis über Annika her, ist doch klar.

Und wenn keine Party ist, fällt er auch über sie her, nur schon etwas früher am Abend und später dann noch mal. Das war meine Fantasie in Bezug auf die beiden. Ich gebe zu, ich war neidisch. Nicht so sehr darauf, dass Sven über Annika herfiel. Woher nahm sie so viel Hormon? Oder doch nicht so toll? Jetzt wird es höchste Zeit, den anderen Modus der beiden zu betrachten. Ich neigte bei Sven und Annika sehr lange dazu, den Alltagsmodus zu verdrängen, weil der so stinklangweilig ist.

Wie bei allen meinen Freundinnen mit Männern und Kindern. So sieht der Alltagsmodus aus: Wenn keine Party ist, kommt Sven abends spät nach Hause. Meistens sogar sehr spät. Er arbeitet gern lange. Neulich, ich holte gerade eines meiner Kinder bei einem von Annikas Kindern ab, kam Sven ausnahmsweise früher nach Hause. Sven wollte dann wissen, warum Annika von der Betreuung von drei Kindern so gestresst sei, wo doch die Erzieherinnen im Kindergarten zehn Kinder gleichzeitig betreuen können.

Sie wollte dann wissen, warum er nicht einfach bis Mitternacht im Büro bleibe, um sich den Arsch breit zu sitzen, anstatt zu Hause die Abläufe zu stören. Was Sven antwortete, bekam ich nicht mehr mit, denn ich hatte mein Kind gefunden und machte mich aus dem Staub. Ich hatte das Gefühl, dass das, was an diesem Abend zwischen den beiden ablaufen würde, nichts mit Sex zu tun haben und trotzdem sehr wild werden würde. Nach diesem Einblick in den Alltagsmodus der schnurrenden Annika und des Megasven war ich verwirrt.

Noch etwas später klärte sich dann alles auf. Annika besuchte mich, abends, ohne Sven und Kinder, und sprach zum ersten Mal mit mir über Sex. Annika hat normalerweise nicht nur keine Lust, über Sex zu reden. Annika hat auch keine Lust auf Sex. Sie geht am liebsten zusammen mit den Kindern ins Bett und versucht, ihre Müdigkeit wegzuschlafen. Sie schläft, von Kinderstörungen abgesehen, bis der Wecker klingelt. Nach einer Party lässt sie das Cocktailglas stehen und fällt ins Bett.

Sven räumt das Cocktailglas in die Spülmaschine und bleibt mit sich und seinem Megapenis einsam zurück. Betrachten wir es nun einmal von der anderen Seite. Annika war in acht Jahren drei Mal schwanger. Mindestens drei Mal muss es zwischen ihr und Sven zu Sex gekommen sein. Ziemlich anstrengend Allerdings hat sie in der Folge acht Jahre lang immerzu Kinder gestillt und getröstet.

Sie hat seit acht Jahren nicht mehr ungestört geschlafen. Die Nächte reichen nicht zum Ausschlafen. Am Tag lernt jedes Kind ein Instrument, treibt einen Sport und geht Freunde besuchen. Sie bringt, sie holt. Jacke aus, Mütze aus, Schal aus, Schuhe aus. Vier Teller, vier Messer, vier Gabeln, vier Gläser auf den Tisch, morgens fünf, da ist Sven dabei, Mittagessen, warm, Abendessen, warm, Frühstück, kalt, warmer Kakao. Sie denkt an Hausaufgaben, an Ausflüge und Schulprojekte, an Pausenbrote, ans Geld für die Klassenkasse.

Das ist der Alltag von Annika. Im Gegensatz zum allgemeinen Gerede hat eine Studie gezeigt, dass ein Orgasmus nicht für jeden Menschen das höchste Gefühl sexueller Befriedigung sein muss. Aber auch hier ist Kommunikation der Schlüssel. Sie sind so erpicht darauf, zu gefallen und haben solche Angst, zurückgewiesen zu werden, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen - auch im Bett.

Das führt aber zu chronischem Frust. Aber wenn der eine seine Wünsche und Vorstellungen komplett aufgibt, wird das nicht funktionieren. Grundsätzlich muss jeder der beiden Partner wissen, was er oder sie - in sexueller Hinsicht - braucht und was er nicht braucht. Wer das ignoriert, nimmt sich selbst die Chance auf ein erfülltes Sex-Leben. Wenn Sie Ihrem Partner nicht artikulieren können, was Sie im Bett wollen, ist es vielleicht nicht der richtige für Sie.

Sex wird gut, wenn wir uns sicher und entspannt fühlen. Haben Sie einmal identifiziert, was Sie wollen und was Sie nicht wollen, kommt es darauf an, das klar zum Ausdruck zu bringen. Gesunder Sex braucht gesunde Kommunikation. Wir müssen ein gutes Verhältnis zu unserem Körper haben, um zu ergründen, was sich gut anfühlt, was sich weniger gut oder womöglich falsch anfühlt. Sie sollten aufhören, sich ständig selbst zu beurteilen, was Ihr Gewicht oder Ihre Form betrifft.

Und wenn Ihr Partner derjenige ist, der Ihnen ein schlechtes Gefühl bezüglich Ihres Körpers vermittelt, spiegelt das eher seine Unzulänglichkeit wider als Ihre eigene. Die negativen Selbst-Gespräche müssen aufhören. Das ständige Sinnieren darüber, wie dick Sie sind, wie viel Cellulite Sie haben oder wie viele Falten, killt garantiert jede sexuelle Stimmung, noch bevor es wirklich losgeht. In den schlechten alten Zeiten glaubten viele Frauen, sie könnten ihre Männer dazu bringen, ihren Verpflichtungen nachzukommen, wenn sie Sex als "Belohnung" für gutes Verhalten anboten - oder ihn abwiesen, wenn er etwas getan hatte, was missfiel.

Die meisten von uns würden heute zustimmen, dass das ein überaus garstiges Verhalten ist - und ein Weg, der unweigerlich ins Desaster führt. Männer wollen über den Sex nicht kontrolliert oder bestraft werden. Sie wollen sich nicht wie kleine Jungs fühlen. Wenn eine Frau verletzt oder sauer auf ihren Partner ist, sollte sie diese Gefühle auf eine erwachsene Art und Weise artikulieren. Natürlich können Sie sagen, Sie sind in einem bestimmten Moment zu sauer, um Sex zu haben.

Aber Sie sollten Ihrem Partner auf keinen Fall das Gefühl geben, dass Sie entscheiden, wann er - je nach Verhalten - Sex bekommt.


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